Hobby und Berufswahl

Eine sinnvolle Entscheidung?

Eine der größten Fragen junger Menschen während ihrer Studien- und Berufswahl… wie findest du jetzt also heraus, ob sich dein Hobby auch als Beruf eignet? In diesem Artikel soll es vor allem um genau solche Fragen und die Zusammenhänge von Hobby und Berufswahl gehen!

Was bringt mir das Hobby für die Berufswahl?

Das Hobby zum Beruf machen – wahrscheinlich die erste Idee, die den meisten nach ihrem Schulabschluss in den Sinn kommt. Doch so einfach, wie es klingt, ist es dann doch wieder nicht. Neben zahlreichen Glaubenssätzen wie “Damit kann ich doch kein Geld verdienen” lauern außerdem einige zentrale Fragen und Bedingungen im Entscheidungsprozess der beruflichen Orientierung auf dich, wenn du mit dem Gedanken spielst, deine Leidenschaft beruflich auszuüben.

Das Dilemma aus Spaß an der Sache und deiner Vorstellung von der Berufswelt, die genau das augenscheinlich nicht zulässt, ist verzwickt. Allerdings können dir deine Hobbies extrem bei der Entscheidung helfen, was du nach der Schule machen willst – selbst wenn du nicht das Hobby selbst als Start in die Berufswelt wählst. Vielmehr geht es darum, die Kernkompetenzen und Fähigkeiten, die hinter einem Hobby stecken, herauszufinden. Diese geben nämlich einen ersten Hinweis darauf, ob man diese Tätigkeit beruflich ausüben kann oder welche Berufsfelder in eine ähnliche Richtung gehen. 

Ein Beispiel: Du schraubst gerne an Fahrrädern oder deiner 125er rum? Dann könnte das ein erster Hinweis darauf sein, dass du dir technische oder handwerkliche Berufsfelder näher anschauen darfst. Eine weitere Frage, die dich einen Schritt näher an des Rätsels Lösung führt:

Könnte ich das 40 Stunden in der Woche machen?

Stell dir vor, du übst dein Hobby jeden Tag für mehrere Stunden am Stück aus – wie fühlt sich das an? Malst du zum Beispiel gerne am Wochenende oder machst zweimal die Woche Musik, ist es möglich, dass dir diese Tätigkeit als Beruf zu viel sein könnte und du schnell die Freude daran verlierst… und damit ist keinem geholfen, denn du stehst erneut vor der Studien- und Berufswahl, nur diesmal ohne dein Hobby als Freizeitbeschäftigung in der Hinterhand.

Wie kontinuierlich willst du das Ganze also machen? Und ist dieses Hobby überhaupt in eine berufliche Tätigkeit umzumünzen? Sammelst du beispielsweise besondere Steine in deiner Freizeit, würde dir vermutlich ein Archäologie-Studium gefallen und auch seine Anwendung in der Berufswelt finden. Strickst du am Wochenende gemeinsam mit deiner Oma, dann bleiben neben dem Beruf als Näher/in kaum Optionen offen. Wichtig ist außerdem, eine grobe berufliche Aussicht mit in deine Überlegungen mit einzubeziehen, sprich:

Welche Perspektive hat dieser Beruf?

Wenn du dich nun also für eine Karriere als Näher/in entschieden hast, aber davon ausgehst, monatlich 5.000€ zu verdienen, dann wirst du wahrscheinlich schnell die Realität anhand deiner Gehaltsabrechnung ins Gesicht geklatscht bekommen. Natürlich ist nichts unmöglich und man kann genauso gut mehrere Einkommensquellen haben, trotzdem ist dieser Aspekt nicht zu unterschätzen…

Ein realistisches Verständnis dafür zu erlangen und abschätzen zu können, welche Tätigkeiten gerade und in Zukunft gebraucht werden und wie man damit Geld verdienen kann, ist also essentiell. Wenn du gerne programmierst, bereits einen Bot, ein Spiel oder eine Website programmiert hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass dir eine Ausbildung im informatischen Bereich, ein Studium der (Wirtschafts-)Informatik oder eine Selbstständigkeit in diesem Bereich sehr gut gefallen wird. Außerdem ist das zum Beispiel ein Bereich, in dem die Nachfrage von qualifizierten Arbeitskräften enorm ansteigt = gute Gehaltsaussichten.

Der zweite Blick…

Was verbirgt sich auf den zweiten Blick hinter deinem Hobby? Spielst du eine Mannschaftssportart wie Fußball, Handball, Volleyball etc.? Dann wird eine soziale Komponente auch im beruflichen Kontext von Wichtigkeit sein. Das muss nicht bedeuten, dass du genauso eng mit Kollegen und Kolleginnen zusammenarbeiten musst, wie mit deinen Mannschaftskameraden. Vielmehr steht einfach die Interaktion mit anderen Menschen im Vordergrund, sei es im Team, oder auch in Kundenbeziehungen. Betrachte also deine Hobbies aus verschiedenen Blickwinkeln und frag dich, was du für Schlüsse auf deine Berufswahl ziehen kannst. 

“Damit kann ich doch kein Geld verdienen!?”

Ich möchte einige Gedanken von ELC Team-Mitglied Noël mit dir teilen, da er selbst als Videograph und Filmmaker lange Zeit hin und her gerissen war, ob er das Filmen und Schneiden seiner Videos weiterhin beruflich machen oder nicht doch einen anderen Weg einschlagen will. Nach seinem Abi hat er sich für den Weg in die Selbstständigkeit entschieden, um mit seiner Leidenschaft des Filmmakings auch sein Geld zu verdienen. Trotzdem blieb der Gedanke im Hinterkopf, irgendwann doch noch ein Studium im wirtschaftlichen Bereich anzufangen, da er sich genauso für das Arbeiten mit Zahlen, Daten & Fakten sowie die Business-Welt interessiert. 

Mittlerweile hat er sich tatsächlich für ein berufsbegleitendes Studium entschieden, das nichts mit Kameras zu tun hat, filmt aber nebenher weiterhin für eigene Projekte, Kunden – und natürlich Early Life Crisis.

Noël kennt den Glaubenssatz zu gut, dass man mit seinem Hobby doch eh nichts verdienen könnte. Hier ist es wichtig, sich nicht vom durchschnittlichen Gehalt / Verdienst in der Branche täuschen zu lassen. Es gibt immer Wege und Möglichkeiten, gutes Geld zu verdienen. Such dir dazu einfach mal ein paar Beispiele aus der Branche heraus, die genau das beweisen. Natürlich solltest du genauso wenig einfach naiv den Top-Performern, die zu den besten der besten gehören, hinterher laufen und davon ausgehen, dass du innerhalb kürzester Zeit in deren Fußstapfen trittst. Ein gesunder Realismus ist hier also absolut empfehlenswert, denn es kommen schwierige Fragen auf dich zu:

Lässt das Monetarisieren deine Leidenschaft aussterben?

Wie groß ist deine Leidenschaft wirklich? Bist du bereit, den Preis zu zahlen, um genau dieses Hobby auch zum Beruf zu machen? Hier kann es helfen, dir das Worst Case Szenario vorzustellen – und wenn du damit fein bist, dann kann das ein guter Indikator dafür sein, dass du den nötigen Drive hast, um dein Hobby zum Beruf zu machen.

Wie du siehst, kommen einige Fragen auf dich zu, auf die du eine klare Antwort haben solltest, wenn du überlegst, dein Hobby zum Beruf zu machen und dir deine Berufswahl somit “leichter” zu machen. Ein Tipp, den ich dir zum Schluss noch mit auf den Weg geben will, ist: 

Nimm dir die Zeit, die du brauchst!

In der Studien- und Berufswahl entsteht so viel Druck durch falsche Erwartungen deines Umfelds, der Gesellschaft, sowie die Ängste und Zweifel an deinem beruflichen Glück. Wie so oft hilft hier also Entschleunigung. Ja, der Berufseinstieg unserer jungen Generation soll immer früher stattfinden, doch sieht niemand die Konsequenzen… wer überhastet und unter Druck eine Entscheidung in der Berufswahl treffen muss / will, wird niemals die gleiche Handlungskompetenz besitzen, wie jemand, der sich Zeit lässt und sich wenn nötig auch umorientieren kann. Heißt: Wenn du nicht genau weißt, ob du dein Hobby zum Beruf machen willst, es aber grundsätzlich eine Option wäre, dann probier doch erstmal aus, ob du in der Zeit nach der Schule bereits erste berufliche Erfahrungen damit sammeln kannst und ob du das Ganze überhaupt täglich für mehrere Stunden ausüben willst. Sollte sich eine Selbstständigkeit in diesem Bereich anbieten, wie beispielsweise als Fotograf/in, Künstler/In oder Texter/in (Copywriting eignet sich hier zum Beispiel), dann fang doch erstmal klein an – sei es für eine gewisse Zeit nach dem Schulabschluss, in Form eines Praktikums in dieser Branche oder auch einem berufsbegleitenden Studium. Die Möglichkeiten reichen ins Unendliche.

Falls du jetzt allerdings merkst, dass dein Hobby sich eher weniger in der Berufswahl durchsetzt, oder du immer noch vor vielen Fragezeichen im Meer der Möglichkeiten stehst, dann check mal unseren ELC Online Kurs ab. Wir begleiten dich dort in mehreren Modulen und Videolektionen durch den Prozess der Berufsorientierung und stellen gemeinsam die Weichen für deine berufliche Zukunft. Alle Informationen findest du hier.

Wie immer kannst du dich jederzeit bei uns melden, wenn du Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel oder allgemein zu deiner Situation hast. Wir sind für dich da und geben alles, damit du auf deinen Weg Richtung Traumjob kommst.

Hier erreichst du uns auf Instagram, wo wir täglich weitere Inhalte zur Orientierungsphase sowie deiner Studien- und Berufswahl posten.

Danke für deine Aufmerksamkeit und liebe Grüße,

Ben | ELC Team